Hier möchte ich euch von Nero erzählen. Er selber möchte nicht von sich berichten, aber er hat mir erlaubt über ihn etwas zu schreiben.. Ich denke nämlich, dass er ebenfalls einen Teil dieser Homepage verdient hat.
Nero war schon 8 Jahre alt, als Jacqueline und Xaver auf ihn gestossen sind und ihn gleich bei sich aufgenommen haben. Das alles ging viel schneller als erwartet. Eigentlich wussten die beiden ja erst, dass sie mal einen Hund wollten und waren auf der Suche nach allen möglichen Annehmlichkeiten für ihr zukünftiges Familienmitglied. Zuerst hatten sie abgeklärt, ob Xaver den Neuzuzüger auch mit zur Arbeit nehmen kann, denn damals waren beide noch voll berufstätig und so war die Voraussetzung, dass Xavers Arbeitgeber einverstanden war. Ein Hund zu haben und tagsüber wegzugeben oder gar alleine zu lassen, war für sie nämlich keine Option!

Nero hütet seinen ersten Büffelhautknochen bei uns wie einen Schatz...

Als das Einverständnis gekommen war, suchten sie nach Möglichkeiten, ob man einen Hund auch mal irgendwohin in die Ferien geben könnte. Denn eigentlich wollten sie ja weiterhin ab und zu mal weiter weg verreisen. So kam es, dass bei der Internetrecherche nach Hundepensionen, der Hilferuf von Nero auftauchte. Da stand ein Ultimatum, wenn Nero bis dahin kein neues Plätzchen hat, würde er eingeschläfert. Seine Besitzer liessen sich nämlich scheiden und keiner wollte den inzwischen ungeliebten Hund bei sich. Da gab es keine grossen Diskussionen, Xaver rief gleich bei dieser Pension an und machte einen Termin, um den Hund kennenzulernen.

Nero war bei diesem ersten Treffen total nervös und konnte keine Minute stillsitzen! Er rannte im Garten von einer Ecke zur anderen und wieder zurück. Der Nachbar seiner Besitzer hatte ihn zum Treffen gebracht. Bei ihm suchte er immer mal wieder einzelne Sekunden Ruhe, indem er ihm in die Arme sprang (zumindest mit den Vorderbeinen). Dabei stoben seine Haare nur so in die Luft! Nero hatte wohl seit ziemlich langer Zeit keine Bürste mehr gesehen, überall suchten ganze Büschel ihren Weg ins Freie...

Trotzdem war der Fall schnell klar. Nero sollte Probehalber gleich mitgenommen werden. Für 14 Tage wurde abgemacht. Er hatte eben das Herz im Sturm erobert. Wie sehr, zeigte sich, als Jacqueline und Xaver ein Wochenende nach Wien flogen (was schon länger gebucht war) und Nero nochmals zurück in diese Hundepension musste. Der Hund verstand die Welt nicht mehr und Jacqueline verzweifelte fast, weil sie ihn zurücklassen musste. Auch wenn es nur ein paar Tage waren. Und wie gross war das Erstaunen von Nero erst, als sie ihn wieder abholten! Zuerst stand der Hund wie angewurzelt da und es verging eine ganze Weile, bis er die beiden freudig begrüsste.
Schlussendlich waren aus den 14 Tagen Jahre geworden und von Probe wollte keiner mehr etwas wissen. Ausser diesem Wochenende Wien wurde Nero nie mehr in die Ferien gegeben und wird es auch in Zukunft nicht mehr!

Die Zeit mit Nero war nicht immer einfach. Er ist ein Hund mit Vergangenheit und mit dieser hatten Jacqueline und Xaver teilweise auch zu kämpfen. Nicht alle Hundeschulen kamen damit zurecht, dass Nero teilweise die ganze Stunde durchbellte, weil es einfach grossen Stress für ihn bedeutete mit andern Hunden auf einem Platz zu sein. In der Zeit bei seinen Vorbesitzern war er ja meistens irgendwo weggesperrt, sei es im Garten oder in der Garage. Die Hundesprache musste Nero erst wieder erlernen (das war gerade dann gut zu sehen, wenn es um Spielaufforderungen ging. Nero stand meist einfach nur da und bellte die anderen Hunde an. Kein Wunder wurden seine zaghaften Versuche beim Spiel mitzumachen kaum angenommen). Auch der Umgang mit fremden Menschen war für Nero nicht einfach. Zuerst sah er es als seine Aufgabe das Haus und seine Herrchen zu beschützen, egal, wer denn kam. Und Uniformen mag er bis heute nicht.

 

Am Anfang hatte Nero immer noch sehr viel Stress - zum Glück wurde das immer besser mit der Zeit

Zum Glück schien er sich schnell im neuen Zuhause wohl zu fühlen, denn langsam wurde er ruhiger. Auch wenn es viel Zeit und Geduld brauchte, nie wurde auch nur in Erwägung gezogen, diesen Hund abzugeben. So viel gab er zurück und wenn man vielleicht nach wissenschaftlichen Kriterien sagt, ein Hund liebe nicht, so spricht die Beziehung ganz andere Bände.

Heute ist Nero ein alter Herr. Sieht nicht mehr optimal und das Gehör lässt nach. Auch das eine oder ander Zipperlein beginnt sich bemerkbar zu machen. Dennoch möchte er dabei sein. Kein Spaziergang ohne ihn und die Hundeschule mag er ebenfalls nach wie vor. Allerdings überlegt er sich da gut, welche Übungen er wirklich ausführen möchte. Nicht mehr alles ist nach seinem Geschmack und dann findet er es ganz praktisch, nicht mehr alles hören zu können.
Er ist unheimlich anhänglich geworden und verschläft einen grossen Teil des Tages. Aber kaum jemand glaubt, dass er 1996 geboren wurde, wenn er eine hübsche Hündin trifft. Denn dann vergisst er, dass er eigentlich ein Senior ist. Dafür geht dann tags darauf alles nochmals eine Stufe gemütlicher.
Nero ist und bleibt etwas besonderes!

Am 27. Juli 2013 mussten wir Nero seinen letzten Weg gehen lassen! Nie wird sich diese Lücken schliessen, die er hinterlässt!!!