Also, wenn ich schon eine eigene Homepage habe, dann möchte ich auch etwas erzählen...

Eigentlich war mein Start ins Leben recht dramatisch. Ausser meinem Bruder Galito und mir hat kein anderer Welpe überlebt und unsere Mama musste einen Kaiserschnitt über sich ergehen lassen. So im Nachhinein habe ich gehört, auch unser Leben sei am seidenen Faden gehangen...

Doch uns ging es schnell gut und auch unsere Mama hat sich nach einer Weile wieder erholt. Alle waren sehr froh, dass nichts schlimmeres passiert ist. Dafür war dann unsere Kindheit umso unbeschwerter und wir genossen es in vollen Zügen!

Hier bin ich gerade mal 2 Wochen alt

Galito und ich wurden auch sehr behütet von unserer Mama. Sie spielte mit uns und fütterte uns regelmässig. Sie war aber auch streng - Claudine und Mengia waren ganz stolz auf sie...

Aber sie hatte auch viel gelernt von ihrer Tante Caleta, die zum ersten Mal nicht selber Mutter war. Dennoch unterstützte sie Derlin in jeder Hinsicht und so hatten wir fast zwei Mütter...

Sobald Claudine es erlaubte, kamen Xaver und Jacqueline uns besuchen. Beim ersten Besuch bin ich glatt in Xavers Händen eingeschlafen... Dennoch dauerte es sehr lange, bis Xaver und Jacqueline sich endgültig für mich entschieden. Irgendwie fanden sie uns beide so herzig und es fiel ihnen sehr schwer, sich endgültig festzulegen... Allerdings denke ich, dass Claudine schon sehr früh wusste, dass ich die "Auserwählte" sein würde. Sie hat nämlich manchmal so eigentümlich gelächelt...

So hat man halt die Qual der Wahl, wenn man sich als erstes festlegen darf... Sie hatten sich in uns beide verguckt, aber die Frage blieb immer die gleiche: Was war besser im Zusammenleben mit Nero, ein Rüde oder eine Hündin? Auf diese Weise wurde dann auch entschieden und ich muss sagen, ich freue mich, dass ich ausgewählt wurde...

Obwohl es Galito ganz sicher auch sehr gut getroffen hat. Als ich ihn nämlich mal wiedertraf, erzählte er mir, wie gut er es bei Doris und Urs hat... Das hat mich natürlich sehr für ihn gefreut!!!
Nero war zuerst etwas verwundert, als ich dann definitiv bei ihm einzog. Er fragte sich, wer oder was wohl dieses kleine Bündel sei. Und ich gebe zu, ich hatte auch eine gehörige Portion Angst vor diesem grossen schwarzen Hund. Aber relativ schnell legte sich diese Angst und ich begann herauszufinden, wie ich Nero zum Spielen animieren konnte. Das war gar nicht so einfach, denn er ist längst nicht immer zum Spielen aufgelegt und knurrt mich recht heftig an. Aber ich gebe dann einfach nicht auf und scharwänzle um ihn herum. In der Regel lässt er sich dann auch rumkriegen...

Claudine nahm uns auch mal mit ins Altersheim

Jacqueline kriegte meine Kindheit leider nur am Rande mit, weil sie gerade in dieser Zeit fast ein Jahr in der Klinik war. Aber am Wochenende habe ich mich immer riesig gefreut, wenn sie heim kam. Ich durfte auch gleich in zwei Welpenschulen und die eine war am Samstag, da konnte Jacqueline auch immer mitkommen. Allerdings hat mir die Welpenschule nicht immer spass gemacht, da ich oft grosse Angst vor den anderen hatte. Naja, ich war auch eine der kleinsten. Und damals war ich auch noch recht schüchtern...
Nachdem ich zu alt für die Welpenschule wurde, besuchte Xaver mit mir alle möglichen Aufbaukurse. Ich kann die gar nicht mehr der Reihe nach nennen, kam zuerst die Junghundeschule und dann Erziehung oder war es umgekehrt?
Wie auch immer, es hat grossen Spass gemacht und in diesen Kursen durften wir jeweils auch noch miteinander spielen! Ausserdem habe ich gaaaanz viel von Nero abgeguckt und so auch schnell gelernt! Auch wenn ich es nicht immer zugebe, aber lernen macht eben grossen Spass! Und es ist eine Freude, wenn ich wieder etwas neues kann und meine Familie dann stolz ist auf mich!
Bei mir war es immer ein Thema, dass ich vielleicht auch mal Mama werden könnte! Schliesslich stamme ich aus gutem Hause! Irgendwie hätte ich das wunderbar gefunden, aber leider wollte es das Schicksal anders.
Es war an einem sonnigen Tag, als ich draussen mal wieder die Welt beobachtete. Da warf mich ein komisches Geräusch total aus den Fugen (Jacqueline meinte nachher, es sei eine Guggenmusik gewesen - mitten im Sommer). Ich verlor die Kontrolle über mich, zitterte am ganzen Körper und konnte kein Bein mehr an seinen Ort stellen. Mit Mühe versuchte ich noch in das Wohnzimmer zu torkeln, wo Jacqueline mich gleich auffing. Dennoch konnte sie nicht verhindern, dass ich noch unkontrolliert umfiel.
Es muss schlimm ausgesehen haben, denn Jacqueline rief völlig aufgelöst bei der Tierärztin an! Diese diagnostizierte sofort Epilepsie und beruhigte Jacqueline dahingehend, dass es nicht gefährlich sei und dass man nicht behandeln müsse, sofern nicht zwei Anfälle pro Monat auftreten.
Doch von der Idee selber Kinder zu kriegen musste ich mich nun verabschieden! Obwohl es völlig ungeklärt ist, ob meine Epi von der schwierigen Geburt herrührt (Sauerstoffmangel hätte mein Gehirn schädigen können) oder ob es sich dabei wirklich um die gefürchtete Erbkrankheit handelt...!!!!!!!
Die Konsequenz daraus war natürlich, dass man mich kastrierte. Im Frühling 2009 war es dann soweit und ich wurde operiert. Bei den Rüden hatte man beobachtet, dass sich die Epilepsie-Anfälle häuften, nachdem der Hund kastriert worden war. Seit meiner OP habe ich aber erst einen Anfall gehabt und wir haben nund Herbst 2009. Also scheint es sich bei mir nicht so zu ergeben. Das erleichtert selbstverständlich nicht nur mich...
Die OP verlief auch ganz gut und da ich dieses T-Shirt hasste, welches mich vom Schlecken abhalten sollte, zeigte ich allen, dass ich das Schlecken auch unterdrücken kann und zog immer mal das Shirt ab. Irgendwann schnallten Xaver und Jacqueline was ich wollte und verschonten mich mit diesem Ding! Ich war auch gaaaanz brav!
Ich muss zugeben, dass ich inzwischen meinen eigenen Kopf entwickelt habe. Und dazu gehört, dass ich absolut überhaupt nicht gerne an der Leine laufe. Versuchen sie trotzdem mich anzubinden, dann kann ich aber ganz schön lautstark protestieren. Und da ich weiss, dass es am anderen Ende genauso unangenehm ist, wenn ich mich voll in die Leine werfe, mache ich das immer und immer wieder...
Irgendwann müssen sie ja merken, dass ich dieses Ding überhaupt nicht mag und es einfach nur lästig finde. Ohne Leine gehorche ich ja wirklich gut!

Allerdings verleidet es mir langsam zu reklamieren. Am Anfang bekam ich ja noch Reaktionen wie Beschwichtigungen oder Schimpfe. Aber inzwischen schauen sie mich noch nicht einmal mehr an. Und als ich in den Ferien einmal ganze vier Stunden oder so an der Leine laufen musste, war ich es zum Schluss wirklich leid mich zu wehren. Aber ich habe fast die ganze Zeit durchgehalten!!!

Das schlimmste ist, wenn uns ein Hund begegnet, den ich noch nicht näher kenne. Man weiss ja nie, was der für Absichten hat. Und wenn ich angeleint bin, dann muss ich dem klipp und klar sagen, wer hier der Chef auf dem Platz ist. Sonst kommt der womöglich noch auf die Idee, mich zu bedrängen. Oder schlimmeres!

Ich finde grundsätzlich, Angriff ist die beste Verteidigung! Da kann es auch mal sein, dass ich ohne Leine gleich den Tarif durchgebe, nur damit niemand auf dumme Ideen kommt. Allerdings habe ich inzwischen bemerkt, dass Xaver und Jacqueline darüber nicht erfreut sind. Sie besuchen verschiedenste Hundeschulen und Hundetrainer mit mir und diese stecken mich mit allen möglichen Hunden zusammen. Da hab ich auch schon mal eins aufs Dach bekommen, aber diese Hündin hat mir dann zugeflüstert, dass ich dies als Lektion annehmen soll und dass sie es nicht böse gemeint hat. Halt so, wie früher unsere Mama, als sie uns gemassregelt hat...

Nachdem ich meinen ersten Geburtstag gefeiert hatte, meldete Jacqueline uns im Agility an. Wow, das machte grossen Spass!!! Doch meine Geduld ist auch nicht die ausgeprägteste und dann motzte ich schon mal die anderen an, die da die ganze Zeit trödelten. OK, ich gebs zu, ich beschimpfte sie regelrecht...
Bis einmal der Trainer einen schlechten Tag und keine Nerven hatte. Er nahm von Jacqueline die Leine, wartete, bis ich wieder voll ausrief und haute mir eins über die Nase!
Danach meldeten wir uns ab in dieser Gruppe! Schade, denn ich würde gerne wieder Agility machen....

Bis dahin versuchen wir es mit diversen Kursen. Wir haben einen Clickerkurs besucht, eine Einführung ins Dogdancing erhalten und inzwischen versuchen wir uns im Obedience...
Ausserdem gehen wir ja regelmässig in die Plauschgruppe! Dort wird die eine Hälfte Agility trainiert und die andere Hälfte Unterordnung. Mir macht beides Spass, die Hauptsache ist nämlich, dass ich neues lernen kann und meinen Kopf gebrauchen darf!
Darum übt Jacqueline auch immer wieder neue Tricks mit mir. Da kann sie mich ganz schön fordern...

Früh übt sich...

   
Am 19. November 2017 mussten wir Giara mit 10 Jahren gehen lassen. Wir werden dich immer lieben und vermissen dich so sehr!!!